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Literatur ist einsam und fasst Innerlichkeit in Sprache - so geht die Mär, seit Goethe seinen „Werther“ veröffentlichte – veröffentlichte, nicht schrieb. Denn die Entstehung der Gründungsurkunde des deutschen Geniekults ist ein Paradebeispiel für literarische Kollaboration, in diesem Fall Goethes mit Herder. Aber das wurde vergessen und verdrängt und von Goethe bewusst zugunsten von Geschichten eingetauscht, die das Bild des einsamen Genies entstehen ließen. Seitdem regiert in Deutschland die Gemütsschwere des Dichterworts. Dabei gibt es eine Reihe von Schaffensduetten: Die Schweden Maj Sjöwall und Per Wahlöö, die Italiener Carlo Fruttero und Franco Lucentini, Lennon/ McCartney, Marx und Engels. Und es gibt die Schriftstellerbeziehungen, die nicht zusammen arbeiteten, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Sylvia Plath und Ted Hughes.

Geboren aus der Erfahrung gemeinsamer lyrischer Übersetzungsarbeit haben Paluch/ Habeck sich entschieden, nur ein Autor zu sein, ein Team, eine literarische Stimme. Das hat viel mit unserem Verständnis von Literatur zu tun, die ihre Eigentlichkeit nicht metaphysisch aus Urgründen schöpft, sondern in der Gegenwart entstehen lässt und es hat viel mit einem Lebensentwurf zu tun, der nicht richtet, ob es mehr bedeutet, vier Kinder gut gelaunt ins Bett zu bringen, oder eine halbe Seite Prosa zu verfassen.

Dieser virtuelle Autor Paluch-Habeck hat inzwischen ein Eigenleben gefunden. Er ist mehr als die Summe seiner Teile, eher deren Potenz. Er schreibt anders, als wir beide es allein tun würden und er setzt unterschiedliche sprachliche Vorlieben, Sichtweisen, Vermögen neu zusammen.

Wie schön, dass Sie uns dafür Ihre Aufmerksamkeit schenken und uns besuchen.
Herzlich Willkommen auf unserer Homepage!

Andrea Paluch & Robert Habeck