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„Eine Komplexität, die dichter an die Lebensrealität heranreicht“

Autorin Andrea Paluch über die Hintergründe und den Entstehungsprozess von „Sommer-Gig“

Wie haben Sie neben dem Schreiben die Musik entdeckt?
Als Schülerin und während des Studiums habe ich immer wieder in Bands gespielt. Mit dem Älterwerden unserer vier Kinder sind die Freiheiten für meinen Mann und mich größer geworden. Dadurch fühlt es sich für uns ein bisschen so an, als ob wir wieder jünger werden. Robert engagiert sich als Grünen-Landesvorsitzender politisch und ich klingelte bei einer Freundin und habe sie gefragt, ob sie nicht Lust hat, mit mir Musik zu machen.

Wie entstand die Idee, das Buch in der realen Welt weiterzuführen?
„Sommer-Gig“ entstand schlicht und einfach in den letzten anderthalb Jahren, in denen ich wieder angefangen habe, Musik zu machen. So hat es sich ergeben, dass Buch und Songs in Bezug zueinander entstanden sind.

Ist das Verweben künstlicher und wirklicher Welten ein netter Gag, oder steht eine künstlerische Aussage dahinter?
Wir versuchen mit der Kombination von Text, Musik und Internet eine größere Komplexität zu schaffen, die dichter an die Lebensrealität der Jugendlichen heranreicht als ein Buch allein. Der Anspruch ist nicht nur, dass sowohl die Songs als auch das Buch für sich gut sind, sondern dass die Kombination beider Teile und ihr Vorhandensein im Internet den Rezeptionshorizont erweitert.

Wie muss man sich den Schreibprozess zwischen Ihnen und Ihrem Mann vorstellen?
Das Gespräch, vom Finden der Geschichte bis zur Ausformulierung, nimmt den zentralen Raum ein. Was sich verändert hat in zehn Jahren gemeinsamer Arbeit ist, dass die Erzählstimme Paluch-Habeck eine eigene Sprache gefunden hat. Manchmal müssen wir uns dann doch nicht mehr besprechen, weil es inzwischen eine Dreieckskonstruktion gibt – wir beide reden zu getrennten Zeiten mit dem gemeinsamen Autor, der wir sind.

Die Fragen stellte Frank Jung.