Der Leser ist bei Andrea Paluch und Robert Habecks Fortschreibung des Klassikers von Theodor Storm, dem Schimmelreiter, in guten Händen. Die beiden schreiben besser als die meisten anderen.
Großenwiehe ist auf die literarische Landkarte gekommen. Das Schriftstellerpaar Andrea Paluch und Robert Habeck – beide studierte Literaturwissenschaftler und an das Großstadtleben gewöhnt – haben sich auf dem platten Land zwischen Flensburg und Husum niedergelassen. Und jetzt ist ihr erster und schön komponierter Roman erschienen. Hauke Haiens Tod ist der Titel des Buches, das eine wahre Goldgrube der Lanschaftsbilder von der Westküste ist.
Hauke Haiens Tod ist eine Fortschreibung des Schimmelreiters von Theodor Storm [....]
Mit kurzen Sätzen, einer bildreichen Sprache und einer sehr rhythmischen Diktion wird dem Leser zweierlei präsentiert: ein Thriller und eine Variation auf einen klassischen Text der deutschen Literatur. [...]
Andrea Paluch und Robert Habeck erzählen ganz nebenbei eine zarte Liebesgeschichte, wir sehen, wie die Mensch sich entwickeln. Zum Beispiel wird aus Iven, der anfangs ein plumper Tölpel ist, im Verlauf des Romans ein Mann, der fähig ist, selbst zu handeln.
Spekulativ könnte man fragen, ob man nicht Hauke Haien als Erzähler hätte wählen sollen. Aber wie die Landschaft, in der der Roman spielt, bleibt die Erzählerstimme verschwiegen und fast geheim. Das macht das Buch aber nur um so unheimlicher und verführerischer.
Hauke Haiens Tod ist ein ausnahmslos ansprechender und überaus lebendiger Roman. Andrea Paluch und Robert Habeck schreiben besser als die meisten anderen. Der Leser kann kaum in bessere Hände kommen.
Hans Chr. Davidsen, Flensborg Avis